Als eine „wichtige Hilfe für Demenzkranke und deren Angehörige“ hat der Landesvorsitzende der Senioren-Union Hessen, Alfons Gerling, die von der Bundesregierung beschlossene Pflegereform bezeichnet, die ab 1. Januar 2013 gelten wird. „Heute sind rund 1,4 Millionen Menschen von Demenz betroffen. Aufgrund des demographischen Wandels wird diese Zahl in den kommenden Jahren stark ansteigen“, so Gerling. „Mit der Pflegereform werden die Leistungen der Pflegeversicherung auf die besonderen Bedürfnisse von Demenzkranken angepasst, um insbesondere pflegenden Familienangehörigen eine Unterstützung zu bieten.“
 
Die Neuausrichtung der Pflegeversicherung beinhaltet unter anderem, dass Menschen, die an Demenz leiden, künftig auch ohne Pflegestufe ein Pflegegeld in Höhe von 120 Euro monatlich erhalten. In Pflegestufe I steigt der ausgezahlte Betrag um 70 €, in Pflegestufe II um 85 €. Das Pflegegeld wird bei Kurzzeitpflege in Heimen zur Hälfte weitergezahlt, damit sich pflegende Angehörige leichter eine Auszeit nehmen können. Auch die Pflegesachleistungen werden deutlich erhöht, so dass Demenzkranke ohne Pflegestufe 225 € erhalten, in Pflegestufe I steigen die Leistungen um 215 € und in Pflegestufe II um 115 €. Zudem wird im Rahmen der Reform die medizinische Versorgung und die Rehabilitation verbessert, die Wahlmöglichkeiten zwischen den einzelnen Leistungen ausgebaut und alternative Wohnformen gefördert, um dem Wunsch vieler Pflegebedürftiger nachzukommen, nicht in einem Pflegeheim zu leben.
 
„Die Unterstützung durch die Familien ist ein unersetzlicher Beitrag zur Pflege erkrankter oder älterer Menschen. Mit der Pflegereform werden die Leistungen nun deutlich verbessert und flexibler gestaltet“, betonte Gerling. Dies biete nach dem seit 1. Januar 2012 geltenden Familienpflegezeit-Gesetz, das eine verbesserte Vereinbarkeit von Pflege und Beruf ermöglicht, eine weitere Hilfe für viele Angehörige, die einen Verwandten pflegen.

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