**Friedberg, 29.11.2011. **Der Landesvorstand der Senioren-Union Hessen hat das neue Gesetz zur Familienpflegezeit, das am vergangenen Freitag vom Bundesrat verabschiedet wurde und am 01. Januar 2012 in Kraft tritt, begrüßt. „Die Einrichtung einer Familienpflegezeit ist eine sinnvolle Reaktion auf die Bedürfnisse einer alternden Gesellschaft, zumal von knapp 2,5 Millionen Pflegebedürftigen in Deutschland fast 1,7 Millionen zuhause betreut werden“, betonte der Landesvorsitzende der Senioren-Union Hessen, Alfons Gerling. „Viele Menschen sind bereit, die Pflege eines Angehörigen zu übernehmen, haben aber oftmals Angst vor beruflichen oder finanziellen Nachteilen – hier wird die Familienpflegezeit eine wesentliche Erleichterung bieten.“
 
Durch das neue Gesetz können Berufstätige, die einen Angehörigen pflegen, die Arbeitszeit zwei Jahre lang auf bis 15 Stunden in der Woche reduzieren, vorausgesetzt, der Arbeitgeber stimmt zu. Um Gehaltseinbußen während der Pflegezeit auszugleichen, ist eine Lohnaufstockung vorgesehen, wobei nach Ablauf der Pflegephase so lange weiterhin nur das reduzierte Gehalt ausgezahlt wird, bis das Zeit- und Gehaltskonto wieder ausgeglichen ist.
 
„Die Vereinbarung von häuslicher Pflege und Berufstätigkeit ist aufgrund des demographischen Wandels genauso wichtig wie die Vereinbarung von Kindern und Beruf – es war daher richtig von Bundesministerin Kristina Schröder, dass sie die Initiative zur Familienpflegezeit gestartet hat“, betonte Gerling. „Allerdings sind nun auch die Arbeitgeber gefordert, die Familienpflegezeit entsprechend zu unterstützen.“
 
Die Senioren-Union Hessen ruft zu einer breiten Nutzung der Familienpflegezeit auf, damit möglichst vielen Menschen die Pflege eines Angehörigen erleichtert werde.

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