von Fablan Sell:

„Es gibt kein Thema, das uns nicht begleiten darf.“ Diese Anforderung hob Norbert Kartmann bei seiner Rede zum 25-jährigen Bestehen der Senioren-Union Kreisvereinigung Darmstadt-Dieburg hervor. Die zahlreichen Gäste im Veranstaltungsaal der Thomashütte lauschten dem Landesvorsitzenden der Senioren-Union, der daraufhin betonte: „Wir sind in der Senioren-Union in einer besonderen Situation.“ Denn von jungen Menschen unterscheide sie vor allem die Erfahrung. Es sei ein Privileg der Älteren, diese einzubringen und weiterzugeben. Welche Erfahrung insbesondere zu vermitteln sei, hob Kartmann alsbald hervor: Geschlossenheit. „Die CDU ist eine Partei, die aus der Geschlossenheit wirkt.“ Insofern wünsche er der Senioren- Union, die Erfahrung weiterzugeben, dass Gemeinschaft eher zum Erfolg führt. Wie er zuvor erwähnte, sei es zuweilen eine schwierige – aber auch schöne – Aufgabe, zu einem Konsens zu kommen: Denn die CDU sei eine Volkspartei, die sich um die Interessen zahlreicher Gruppen – etwa die Mittelstandsvereinigung, oder den evangelische Arbeitskreis – kümmere. Die Senioren-Union ist dabei die jüngste Vereinigung. Allerdings geht für viele der Mitglieder eine langjährige Präsenz in der CDU voraus. Denn um in die Senioren-Uniondie Frauen-Union eintreten zu können, müssen Interessierte mindestens 60 Jahre alt sein. Eine Mitgliedschaft in der CDU ist nicht notwendig. Wer einer anderen Partei angehört, wird jedoch nicht aufgenommen.

Neben Norbert Kartmann hielt auch Albert Henrich, Kreisvorsitzender der Senioren- Union, eine kurze Ansprache. Insbesondere freute er sich, zahlreiche bekannte Gesichter zu begrüßen. So war unter anderem zugegen: die Bundestagsabgeordnete Patricia Lips, der Landtagsabgeordnete Manfred Pentz und Charles M. Huber, Direktkandidat für den Wahlkreis Darmstadt.

„So ganz ist die Historie heute nicht mehr nachzuvollziehen“, ging Albert Henrich dann auf die Ursprünge der Senioren-Union ein. Bekannt sei jedoch, dass Ende 1997 einige Frauen und Männer in der „Fernfahrerraststätte“ in Roßdorf-Gundernhausen zusammenfanden, um über die Gründung einer Senioren-Union für den Kreis Darmstadt-Dieburg nachzudenken. Albert Henrich selbst ist seit zehn Jahren Vorsitzender. Damit leitet er die bestehenden Ortsvereinigungen Eppertshausen, Erzhausen, Groß-Zimmern, Pfungstadt und Weiterstadt. Das erklärte gemeinsame Ziel: der Einsatz für die Interessen älterer Menschen und der CDU.

Über 300 Mitglieder verfolgen demnach dieses Ziel. Henrich lobte die Entwicklung der Beitritte als „kontinuierliche Aufwärtsentwicklung“. 33 Senioren wurden zudem für ihre zehn- bis 25-jährige Mitgliedschaft geehrt. Allerdings gab es in der Vergangenheit auch einen Rückschlag: Der Ortsverband Münster ist aufgrund einer Auseinandersetzung ausgetreten. Damit habe die Kreisvereinigung 40 Mitglieder verloren. Auch bedauerte Henrich, dass trotz aller Bemühungen in den letzten fünf Jahren nur zwei neue  Ortsvereinigungen – Pfungstadt und Eppertshausen – gegründet wurden.

Hinsichtlich der Rolle der Senioren-Union in der CDU betonte Henrich, dass sie eine bedeutende Gruppe für die CDU sei („Wer füllt die Veranstaltungsräume oder Zelte?“ Es sind die Älteren...“). Daher sei es aber auch wichtig, dass die Senioren- Union akzeptiert und berücksichtigt werde. „Dies funktioniert in manchen Kommunen ausgesprochen gut“, so Henrich. Den Abschluss seiner Rede bildete indes eine Ausführung über die „German Angst“. Demnach kritisiert er den häufigen Mangel von Optimismus in Deutschland und die Neigung, nur noch über Krisen und Rezession zu reden. „Wir Älteren haben viele Krisen erlebt und haben dann, wenn es erforderlich war, die Ärmel hochgekrempelt und zugelangt und es ging weiter und voran“, betonte der Kreisvorsitzende. Letztlich gelte immer noch der Spruch von J.F. Kennedy: „Es gibt noch vielzu tun, packen wir es an.“

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