Wiesbaden. Der Landesvorstand der Senioren Union Hessen hat sich auf Grund von Anfragen verängstigter älterer Menschen mit den in Frankfurt geplanten öffentlichen „Unisex Toiletten“ beschäftigt.
In diesen neuartigen Toilettenanlagen, sogenannte genderneutrale Toiletten, sollen künftig Männer und Frauen gemeinsame öffentliche Toilettenräume nutzen.
Bisher sind die nach Geschlechtern getrennten Toiletten auch wichtige Schutzräume, die zudem nach der Erledigung der Bedürfnisse z.B. zur individuellen Körperpflege z.B. das Make-up der Frau oder die Frisur des Mannes genutzt werden.
Eine für Frauen vorbehaltene Toilette hat die Funktion als weiblicher Schutz- und Rückzugsraum. Gerade die Geschlechtertrennung wurde um die Jahrhundertwende von Frauen und Gewerkschaften nach hartem Kampf durchgesetzt, weil es ständig Übergriffe durch Männer gab. Für Mädchen und Frauen, die Gewalterfahrung erlebt haben und sexuelle Anmache und Nötigung durch Männer ausgesetzt sind, stellt sich eine gemischt geschlechtliche öffentliche Toilettenanlage als Raum für übergriffiges Verhalten dar. Aber auch so manches Mädchen und Frau möchte aufgrund ihres Kultur- und Religionsverständnisses eine öffentliche Toilette nicht mit fremden Männern teilen.
Gerade ältere Menschen sind stärker auf öffentliche Toiletten angewiesen und haben auf Grund ihrer Erziehung und Lebenserfahrung ein großes Bedürfnis zum Schutz der Intimsphäre und sehen ihr Schamgefühl verletzt.
Aber auch für Kinder und Jugendliche und Eltern mit Babys haben geschlechtergetrennte Toiletten eine Schutzfunktion, gerade an Orten, wo große Menschenansammlungen wie in Bahnhöfen und bei Großveranstaltungen oftmals auch Ängste entstehen lassen.
„Die Senioren Union Hessen fordert daher, das Projekt öffentliche Unisextoiletten in Frankfurt und überall zu stoppen und so zu gestalten, dass für sichere Schutzräume in den öffentlichen Toiletten gesorgt ist. Kostenersparnis darf nicht zulasten der älteren Menschen gehen“, so der Landesvorsitzende der Senioren-Union, Kurt Wiegel.

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