Eine der wichtigsten Fragen für ältere Menschen ist, wie sie im Alter wohnen werden, denn
die Wohnung und das Wohnumfeld sind entscheidend für die Lebensqualität eines Menschen und die meisten Seniorinnen und Senioren möchten so lange wie möglich in ihrer
gewohnten Umgebung bleiben.

Daher ist die Schaffung zusätzlicher senioren- und behindertengerechter Wohnungen sowie
der Umbau von bestehendem Wohnraum ein essenzielles Thema. Es fehlen schon heute
77.000 barrierefreie und altersgerechte Wohnungen in Hessen. Die Anzahl der Menschen
über 65 Jahren wächst weiterhin stark an: Im Jahr 2035 wird ihr Anteil an der Bevölkerung
bei 29 Prozent liegen, während es 2017 nur 23 Prozent waren. Dementsprechend wird auch
der Bedarf an seniorengerechtem Wohnraum weiter ansteigen.

Insbesondere in den Großstädten und in den Ballungsräumen, aber auch in ländlichen Städten und Gemeinden übersteigt die Nachfrage seit Jahren das Angebot nach diesen Wohnungen. Auch sind Ältere oftmals nicht in der Lage, die weiter steigenden Mieten zu zahlen.
Es besteht hier dringender Handlungsbedarf an zusätzlichem und bezahlbarem Wohnraum.
Dabei sollte neu entstehender Wohnraum grundsätzlich senioren- und behindertengerecht
gebaut werden – etwa mit Lift im Treppenhaus, Duschen mit ebenerdigem Zugang und verbreiterten Türen, um sie auch mit Rollator oder Rollstuhl nutzen zu können. Gerade für öffentlich geförderte Wohnungen muss eine seniorengerechte Bauweise verpflichtend werden.
Aber es ist nicht nur wichtig, neue Wohnungen zu bauen, sondern es müssen auch bestehende Wohnungen altersgerecht umgebaut werden. Es darf nicht passieren, dass Menschen frühzeitig in ein Pflegeheim umziehen müssen, nur weil ihre Wohnung nicht seniorengerecht ausgestattet ist und daher keine ambulante Pflege ermöglicht. Und natürlich gehört zu einem seniorengerechten Wohnungsbau eine wohnortnahe Versorgung mit Lebensmitteln, Ärzten und gut verfügbaren Bringdiensten und haushaltsnahen Dienstleistungen.

Neben Wohnungsneubau und altersgerechtem Umbau können auch andere Ideen hilfreich
sein: In einigen Städten wurden beispielsweise „Tauschbörsen“ eingerichtet, mit denen Senioren eine größere Wohnung zugunsten einer kleineren, seniorengerechten Wohnung in
ihrer bisherigen Wohngegend eintauschen können. Auch sollten Senioren-Wohngemeinschaften und Mehrgenerationen-Wohnen stärker gefördert werden.
Aufgabe der Senioren-Union ist es deshalb, auf allen politischen Ebenen – in Bund, Land
und in den Kommunen – darauf zu drängen, dass der Wohnungsbau und -umbau mehr
Priorität erhält und entsprechend finanziell unterstützt wird, damit die bestehenden Engpässe für die steigende Zahl der Menschen über 65 Jahre behoben und ihrem Wunsch
entsprochen werden kann, auch im Alter möglichst in der vertrauten Wohnung zu verbleiben
und weiterhin am gesellschaftlichen Leben teilhaben zu können.

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